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Die Sprachlernklasse

1. Was ist unsere Ausgangssituation?


In den letzten Monaten gab es Neuzugänge von Schülern und Schülerinnen, die  mit ihren Eltern aus unterschiedlichen Staaten und aus unterschiedlichsten Gründen in den Landkreis Aurich gezogen sind. Diese Kinder besuchen seitdem die Regelklassen, versuchen dem Unterricht zu folgen, was teils aber, aufgrund erheblicher Defizite in der deutschen Sprache, nur bedingt bzw. kaum möglich ist. Daneben betreut eine Deutsch-als-Fremdsprache (DaF)-Fachlehrkraft die Schüler und Schülerinnen stundenweise und gibt erste Sprachkenntnisse mit auf den Weg. Da dies aber keineswegs ausreichend für eine optimale Integration und Gewährleistung der Chancengleichheit ist, soll es an der Integrierten Gesamtschule Aurich-West ab dem Schuljahr 2014/2015 eine Sprachlern-/Willkommensklasse geben.

 

2. Wie begründen wir unser neues Konzept?


a) Gefahr des Bildungsmisserfolgs
b) Bildungsbenachteiligung Zugewanderter
c) schlechtere schulische Leistungen der Schüler/innen nicht deutscher Herkunftssprache sind sprachbasiert
d) verbesserte Integrationsbedingungen schaffen, um faire Bildungs- und Zukunftschancen zu schaffen und somit Integrationskonflikten vorzubeugen
e) allgemeine gesellschaftliche Kluft kann durch bessere Bildungschancen vermieden werden

 

3. Welche Ziele setzen wir uns?

Die Integration der jungen ausländischen Kinder in den „regulären“ Unterricht hat oberste Prämisse. Da wir bei einigen Kindern davon ausgehen können, dass die Alphabetisierung noch nicht abgeschlossen ist oder die lateinischen Buchstaben nicht erlernt wurden, werden wir dafür sorgen, dass diese Kinder schnell das lateinische Alphabet erlernen können. Dies sehen wir auch als Grundvoraussetzung für faire Bildungschancen im weiteren (Schul-)leben. Darüber hinaus soll ebenfalls ein Augenmerk auf die Integration außerhalb der Schule geworfen werden (z.B. durch Vernetzung mit örtlichen Vereinen und Einrichtungen, Museen, der Stadtbibliothek, etc.). Kooperative Maßnahmen zur Integration sehen wir auch gesichert durch eine Zusammenarbeit mit dem Verein „Ostfriesen heißen Flüchtlinge willkommen“ (Dolmetscher/innen, DaF-Sprachlehrer/innen, ehrenamtliche Auricher/innen) und dem Sozialamt Aurich. Die Sozialpädagogen der IGS Aurich-West werden zudem eine wichtige Anlaufstelle für die Klassenlehrer und Schüler und Schülerinnen der Sprachlernklasse sein.

 

4. Wie organisieren wir unsere Tätigkeit?

Das Konzept ist so gestaltet, dass eine langfristige Förderung gewährleistet ist, die auch über die Förderung in den Sprachlernklassen hinaus geht.
Der Sprachlernklasse von max. 16 Schülerinnen und Schülern sind 30 Wochenstunden zugedacht. Diese 30 Stunden können sich wie folgt aufteilen:
20 Stunden Sprachlernzeit pro Woche (Unterricht in der Sprachlernklasse) und 10 Stunden Unterricht in der Stammklasse (in den Fächern Kunst, Musik, Sport, WPK). Eine frühe Zuordnung in eine Stammklasse (bereits zu Beginn der Schulzeit) fördert die Teilintegration der Schüler und Schülerinnen.
Nachdem grundlegende Defizite bei der Beherrschung der deutschen Sprache beseitigt sind, können die Schüler in die ihnen zugeteilte Stammklasse wechseln. Regulär soll dies etwa nach 12 Monaten möglich sein. Auf Antrag ist auch eine Verlängerung bzw. Verkürzung möglich.

 

5. Wie stellen wir uns das Unterrichten dieser altersheterogenen und herkunftsheterogenen Lerngruppe vor?

 

Zum einen werden die Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit bekommen, eine binnendifferenzierte Förderung in Wort und Schrift in einer überschaubaren Lerngruppe zu erhalten. Der Sprach- und Wortschatzerwerb soll dabei in Alltagssituationen eingebettet werden, wobei der Bezug zur Lebenswelt der Schüler und Schülerinnen ebenfalls berücksichtigt werden soll.
Zudem sind sogenannte Praxisstunden angedacht, in denen die Schüler und Schülerinnen z.B. Führungen durch die Auricher Stadtbibliothek bekommen oder auch an Sportveranstaltungen teilnehmen.
Im Sprachunterricht wollen wir gemeinsam in Projekten, Lernszenarien, Gruppen, Partner- und Einzelarbeit arbeiten und uns so die Grundlagen für die Schul- und Bildungssprache Deutsch aneignen.
Dabei wird jeder Schüler entsprechend seinen Möglichkeiten unterstützt, gefördert und begleitet.
Die in der Sprachlernklasse dokumentierten Lernentwicklungen können für weitere Schullaufbahnentscheidungen beratend genutzt werden, sodass die Schüler ihre Schullaufbahn im fließenden Übergang erfolgreich fortsetzen können.

 

6. Welche Beratungsmöglichkeiten bieten wir?

 

Derzeit planen wir in einem Team in der Sprachlernklasse zu unterrichten. Ein wöchentlicher Austausch in einer Dienstbesprechung über Schwierigkeiten und Besonderheiten soll die kontinuierliche erfolgreiche Arbeit mit der Sprachlernklasse gewährleisten. Diese Kooperation beinhaltet auch eine intensive Elterneinbindung, die sich durch Aufnahme- und Entlassungsgespräche, Elternabende oder einem Hausbesuch in den Familien charakterisiert. Ebenso wichtig ist die Kooperation mit der Stadt Aurich, die durch die DRK-Flüchtlingsberatung (Ausländer- und Flüchtlingsbeauftragter Bernd Tobiassen) erfolgt.

 

Wichtige Kontaktadressen:


DRK-Flüchtlingsberatung Ausländer- und Flüchtlingsbeauftragter
Bernd Tobiassen
Große Mühlenwallstr. 32
26503 Aurich
Tel. 04941 / 604-888
Fax 04941 / 604-889
drk-aurich@t-online.de


Sozialamt
Ansprechpartner: D. Christoffers
Ort: Außenstelle / Kreishaus II
Fräuleinshof 3
26506 Norden
Raum-Nr. 205 - KH II (1. Etage)
Kontakt
Telefon:04941/16-5000
Fax:04941/16-5098

E-Mail: dchristoffers@landkreis-aurich.de

 

Verfasserinnen: Claudia Frehse/Britta Ohlwein

 

 

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Die Sprachlernklasse bei der Arbeit

 

Kontaktmöglichkeit

gi ihna grensemann Frau Patron

ihna.patron@igs-aurichwest.de

NO Britta Nolte

Frau Nolte

britta.nolte@igs-aurichwest.de

 

 

 

 

 

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