Warum wollen Sie den aktiven Schuldienst beenden? Diese Frage ist nicht nur Gegenstand einer Evaluation der Landesschulbehörde für zukünftige Pensionär*innen, sie schwebt auch über allen Anwesenden am Dienstagnachmittag. Warum müssen wir wieder drei so talentierte und verdiente Mitarbeiter*innen im Schulbetrieb ziehen lassen, wo sie doch so große Lücken hinterlassen werden? Antwort: Weil sie es verdient haben! Aber der Reihe nach:

Marita Krützkamp steht wie wohl wenige andere für das Fach Kunst: Sie hat nicht nur als Fachobfrau und Fachbereichsleiterin bis hin zur Fachmoderatorin für die Verbreitung und pädagogische Verankerung gearbeitet, sondern dabei ihre Schüler*innen auch immer ermutigt, über den Tellerrand zu blicken. Auch Theater, und Film sind ihr als Medien nicht fremd, wie schon die Erinnerung an ein frühes, so würde man heute wohl sagen, Image-Video der Stadt Aurich anlässlich eines Israel-Austauschs zeigt. Marita ist Perfektionistin mit Leib und Seele und unsere Schule durfte davon 36 Jahre lang profitieren. Wie gut, dass bei solchen Gelegenheiten auch über weniger bekannte Facetten der zu Verabschiedenden gesprochen wird, z. B. über ihr zweites Fach Biologie (!), dessen Fachbereichsleiterin sie mit einer „Gebrauchsanleitung für den Wald“ bedachte.

„Der IGS-Fuzzi schlechthin“ ist eine flapsige, aber durchaus treffende Charakterisierung von Alexander Wiebel, die Fachkollege Malte Ackerstaff in seine Abschiedsrede einflechtet – kurz darauf attestiert er ihm aber auch einen „avantgardistischen Spürsinn für Relevanz“, entliehen bei Jürgen Habermas. Religionskollegin Gerlinde Dieker-Höft formuliert es etwas poetischer: Alexander sei ein „Gesamtschullehrer in der ganzen Tiefe des Begriffs“, er spiele „auf der ganzen Klaviatur der IGS“. Als Fachbereichsleiter Gesellschaftslehre war er schon qua Amt eine tragende Säule der Schule, dabei aber immer nah an den Schüler*innen, die er mit zahlreichen Unterrichtsgängen, Interviews und Experimenten, nicht zuletzt auch mit menschlicher Wärme für seine Fächer begeisterte. Dem Kollegium wird er vor allem wegen seines feinen Humors fehlen, der sich in seinen Verabschiedungsreden für andere Kolleg*innen zeigte. Aber Herr Wiebel ist auch technikaffin und beherrscht das Fach Informatik – wie Malte Ackerstaff richtig bemerkte, hat er als moderner Marcus Cato mit seiner Forderung in jeder Sitzung („Im Übrigen bin ich der Meinung, dass diese Schule ein digitales LEB-Programm braucht!“) entscheidend zur digitalen LEB-Erstellung beigetragen.

Apropos tragende Säulen: Ich denke, wir alle würden der Aussage zustimmen, dass ohne Theo Lachmuth der Schulbetrieb (im übertragenen Sinne) schon längst eingestürzt wäre. Unser Schulassistent war trotz ständig drohendem Ende seines Beschäftigungsverhältnisses, das sich von einer Befristung zur nächsten hangelte, jeden Tag unser starkes Backup und fähiger Netzwerker, der sich geduldig jedes technischen Problems annahm und damit seinen eigenen Werbeslogan kreiert hat („Dann frag doch Theo!“), wofür wir ihm ewig dankbar sein werden.

Zu den Klängen des Chors „Gute Nacht Freunde“ erheben wir also unsere Gläser auf die drei und wünschen ihnen alles Gute für den wohlverdienten Ruhestand!

 

 

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