
Die Kolumne der IGS Aurich
Mr. HOs ganz eigene Sichtweise auf den Schulalltag.
Moin moin,
mein Name ist Mr. HO alias Jochen Hinderks und ich bin nicht nur Lehrer dieser Schule, sondern auch aufmerksamer Beobachter des Schulgeschehens. Meine – meist augenzwinkernden, aber doch immer ein Körnchen Wahrheit enthaltenden – Beobachtungen findet ihr auf dieser Seite. Feedback (per Mail oder auch auf der Rückseite eines übrigbehaltenen Arbeitsblatts in meinem Postfach) ist sehr erwünscht!
Viel Spaß beim Lesen wünscht euch
„Scheitern als Schanze“ (Folge 106)
Zwanzig Schüler*innen geben ihr Smartphone vor der Klausur beim Lehrer ab. Dieser macht sich einen Spaß daraus, nach überstandener Leistungsüberprüfung blind in die Handykiste zu greifen und den unter Entzug stehenden Oberstufler*innen einfach zufällig irgendeines der darin befindlichen zwanzig Geräte auszuhändigen. So weit, so irrelevant. Nun die Frage: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass genau ein Schüler nicht sein eigenes Handy bekommt? (Achtung, wer den Spoiler vermeiden will, erstmal nicht weiterlesen und stattdessen nachdenken!)„You’ll never sit alone“ (Folge 105)
Von allen dienstlich erzwungenen Zusammenkünften, zu denen der Lehrkörper zu erscheinen hat, ist ihm am Ende eine doch die liebste, nämlich die Gesamtkonferenz, im liebevollen Fachjargon: GeKo. Die Jahrgangsversammlung ist da mit zu viel Verantwortung belastet und die Fachdienstversammlung mit zu vielen Detailfragen, denen man sich aufgrund der geringen Gruppengröße kaum entziehen kann. Wieviel schöner ist es da doch, sich im Plenum der Gesamtkonferenz zu verlieren, ohne als Individuum allzusehr im Mittelpunkt stehen zu müssen. Vielmehr wärmt man sich am Herdfeuer der Schule, wo jede und jeder nach seinen Vorstellungen partizipieren kann – und wenn es nur als stiller Teilhaber ist, der nebenbei seinen Winterpullover vervollständigt oder sein Korrekturpensum abarbeitet.„Komm, fort aus der Zone!“ (Folge 104)
Bei der Inselrallye auf Sylt soll eruiert werden, wie teuer die Eigenheime in den Hörnumer Dünen sind. Da vorne arbeitet eine Frau im Garten, die fragen wir mal!
Ein Bällchen, das aus Quark, Weizengrieß, Honig und Mohn besteht und nach antikem römischen Rezept in Öl gebraten wird – das soll ich essen?
Wir brauchen im WDR-Fernsehstudio für die selbst produzierte Show noch einen Talkgast – und das macht Arne, ansonsten mündlich selten in Erscheinung getreten, der jetzt aber als Neubesitzer eines Friseursalons die Rolle seines Lebens spielt.
„Evaluierst du noch oder evakuierst du schon?“ (Folge 103)
Wir leben im Zeitalter des Feedbacks. Wie viele Sterne gibst du dieser Aussage?
Längst hat nicht nur die Wirtschaft erkannt, dass eine blind vorantapernde Produktion auf gut Glück meilenweit zurückhängt hinter der modernen, maßgeschneiderten, individualisierten, globalisierten Wirtschaftswelt. Motto: Sag mir, was du magst, und ich sag dir, was du willst. Oder wollen könntest.*
Also sagen wir alle brav, was uns gut, weniger gut und – zur Hölle! – null gefallen hat, und das auch gerne in heiligem Zorn zum wohltuenden Frustabbau: Du lieferst mir eine lauwarme Pizza? Höchststrafe Null Sterne plus Kommentar, der (im Gegensatz zur Pizza) gepfeffert daherkommt!
„Film ab!“ (Folge 102)
Der Film ist als Quelle wissenschaftlicher Einsicht im Unterricht unverzichtbar. Nicht nur vereint er Bewegtbilder und Ton und spricht damit sowohl den visuellen als auch den auditiven Lernkanal an, er vermag es auch, Informationen sachlich und komprimiert auf den Punkt zu bringen und bietet dabei noch den Vorteil, dass mal eine andere Instanz als die ständig vorne agierende Lehrperson den Stoff vermittelt („Wenn ihr mir nicht glaubt, dann vielleicht Prof. Lesch?!“). Und die Zeiten dröge vor sich hin murmelnder gescheiterter Telekollegdozenten, die lausig animierte Zweifarbgrafiken mit einem so